Zur Erinnerung

an meinen Bruder Heinz

Jeder Krieg ist ein sittenloser Moloch,
der nur darauf aus ist zu töten,
zu zerstören und zu verschlingen.
Er kennt keine Gnade
und keine Moral. 

 

 Er vernichtet die Kultur des Menschen und schädigt seine Seele nachhaltig.

 

Das Perverse ist, dass es der Mensch selbst ist, der Kriege anzettelt.

 

Es darf die Hoffnung nicht aufgegeben werden, dass Kriege

 überall in der Welt

für immer geächtet werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Herr, Du hast ihn uns gegeben, Du hast ihn uns wieder genommen, Dein Name sei gepriesen.

Dein Wille sei unser Wille.

(Gebet meines Vaters)

 

 

In Liebe und Dankbarkeit
nehme ich  Abschied von

       

meinem Bruder Heinz

9.5.1921 - 11.3.1945

Mein Bruder Heinz ist begraben auf dem Soldatenfriedhof in Redzowfelde.

In Burgsteinfurt - heute Steinfurt-Burgsteinfurt - hat es in der Pfarrkirche St. Nepomuk eine Ecke für die Gefallenen des letzten Weltkrieges gegeben, wo für alle Toten ein Holztäfelchen hing.

 

 

 

 

Mit der Renovierung der Kirche vor ein paar Jahren, wurden die Gedenkstätte eliminiert, ohne dass wir benachrichtigt wurden. Nach Aussage des Pfarramtes soll ein Gesamtdenkmal aufgestellt werden. Schade! Die Wand war persönlicher. Aber die Zeit verändert das Bewusstsein bei den Menschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges (1939-1945) musste mein Bruder Heinz für die wahnwitzige Idee Hitlers, ein Weltreich zu errichten, herhalten. Er starb an der Ostfront im Schützengraben, in Ferdinandstein bei Stettin.

Er war das älteste Kind in unserer siebenköpfigen Familie und auf den Tag 13 Jahre älter als ich - ich war sein Geburtstaggeschenk. Leider konnte ich nur wenig Zeit mit meinem Bruder zusammen verbringen.  Er machte 1939 sein Abitur im Internat, studierte nur drei Semester Chemie an der Universität in Münster und schon war er von Zuhause wieder weg, 1941  schluckten ihn Arbeitslager- und Kriegsdienst. Wenige Erinnerungen habe ich an meinen großen Bruder, aber sie sind sehr nachhaltig und deutlich. Sie haben sich natürlich unentwirrbar mit den Erzählungen meiner Schwestern und Eltern verbunden. Ich erinnere mich, dass mein Bruder ein Zimmer neben der Küche (Münster) hatte. Dort stand eine wunderbare Musikkapelle, aus Eicheln waren die Musiker gemacht, sie trugen kleine bunte  Musikinstrumente. Es war ein Bastelarbeit aus der Zeit, als er Hirnhautentzündung hatte - dabei ging es um Leben oder Tod.

Während des Krieges kämpfte mein Bruder zunächst im Westen, dann stand er kurz vor Weihnachten 1944 überraschend bei uns vor der Tür. Er war aus dem Westen als Fähnrich zum Osten abkommandiert worden, um Quartier für das Bataillon zu machen und hatte einen Tag auf der Durchreise Urlaub bekommen. Wie war ich stolz, neben meinem großen Bruder durch die Stadt Burgsteinfurt zu gehen - ich war damals 10 J. und auffallend klein.

Ich durfte mit ihm Besuche machen, bei unserem Onkel,  bei den Tanten, beim Pastor . Am anderen Morgen fuhr er per Anhalter weiter. Als er sich von seinem Vater verabschiedete, sagte er ihm: "Vater, ich werde nicht zurückkommen aus dem Krieg!" (So berichtete mein Vater mir.) Seine Ahnung bewahrheitete sich. Kurz nach der Silberhochzeit meiner Eltern, sie war am  4. August 1945, traf die Todesnachricht ein.  Mein Bruder Heinz war noch am 11. März 1945 gefallen, kurz vor der Kapitulation am 8.Mai 1945 .

Totenbrief für meinen Bruder Heinz, von seinem Vater entworfen. Aus seinen Worten spricht eine tiefe Gläubigkeit. eines überzeugten Christen. Das Papier ist sehr schlecht. Es ist Nachkriegszeit (8.Mai 1945 Ende des 2.Weltkrieges). Viele Waren gibt es noch nicht wieder oder sind schwierig zu bekommen oder sind noch von schlechter Qualität.

 

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